Viernheim

Vogelpark Internationaler Ritterschlag durch Weltnaturschutzorganisation / Känguru-Weibchen aus Karlsruhe neu in Viernheim

Zucht mit Viernheimer Edwardsfasan

Viernheim.Gleich 32 Mitglieder der „Avicultural Society“ aus England besuchten kürzlich den Vogelpark in Viernheim. Zuvor hatten sie die Zoos in Frankfurt, Stuttgart und Heidelberg besichtigt. Rainer Berenz, Vogelparkleiter in Bobenheim-Roxheim, der mit seinem ebenfalls ehrenamtlich geführten Park seit Jahren eine Freundschaft mit dem Vogelpark Viernheim pflegt, vermittelte den Besuch. Dieser ging bewusst in kleinere Parks, die oft seltenere Tiere beherbergen.

So konnte der Vogelpark Viernheim insbesondere mit dem Edwardsfasan-Pärchen, den Hornvögeln und den Tokos punkten. Christian Metzger und Michael Haas vom Vorstand führten die Besucher und beantworteten die zahlreichen Fragen zum Ehrenamt. „Die Gäste zeigten sich genau wie in der Bobenheimer Anlage vom gepflegten Zustand beeindruckt und konnten es kaum fassen, dass man solch tolle Parks nur mit ehrenamtlichen Kräften führt und von den Besuchern kein Eintrittsgeld erhebt“, berichtet der Vorstand des Vogelparks Viernheim.

„Auch vom Neubau der neuen Papageienanlage waren die Engländer restlos begeistert.“ Hier sind die ersten Vögel eingezogen, nun wird die Außenanlage hergerichtet. In England kenne man das so nicht, Vereinsstrukturen nach deutschem Muster seien dort nicht vorhanden. Ein weiteres Highlight mit Blick über den Viernheimer Tellerrand war die erfolgreiche Zucht und Vermittlung einer jungen Edwardsfasan-Henne an den Zoologischen Stadtgarten in Karlsruhe.

Seit 2012 befindet sich der Edwardsfasan auf der „Roten Liste“ der Weltnaturschutzorganisation (IUCN). Er gilt in seinem Bestand als akut bedroht. „Die Wildpopulation in Vietnam ist erloschen“, sagt Dirk Faltermann vom Vorstand des Vogelparks Viernheim. Mit dem gemeinsamen Projekt von Viet Nature, der World Pheasant Association (WPA), Birdlife International und dem Zoologischen Garten Berlin sollen ursprüngliche Habitate aufgeforstet und geschützt werden, um diese Tiere wieder anzusiedeln. Hierfür wurde ein Zuchtprogramm aufgelegt und überwacht.

Ziel des Projektes: Im Jahr 2030 soll eine gesunde Wildpopulation des Edwardsfasan in Vietnam existieren. Heiner Jacken, der Leiter des Projekts bei der WPA, vermittelte die junge Henne aus dem Vogelpark Viernheim und einen Hahn aus eigener Zucht an den Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe, um dort eine neue „Familie“ zu begründen. Faltermann und die ehrenamtliche Tierpflegerin im Vogelpark Viernheim, Annika Ellighofer, haben das wertvolle Jungtier persönlich in Karlsruhe abgegeben.

Hoffnung auf neue Bruterfolge

Dabei konnten sie sich mit Heiner Jacken und der Direktorin des vietnamesischen Verbands VietNature, Pham Tuan Anh, sowie Dr. Clemens Becker, Vizedirektor des Zoos, und den Mitarbeitern im Karlsruher Zoo persönlich über das Zucht- und Wiederansiedlungsprogramm austauschen. Faltermann hofft, dass das Viernheimer Pärchen in diesem Jahr erneut erfolgreich brütet.

Positiver Nebeneffekt dieser Freundschaft mit dem Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe war die Übergabe einer jungen Bennett-Känguru-Dame: Josefinchen komplettiert die „Generation J” im Vogelpark. Mit Johnny, Jolantha und Jule gibt es eine kleine Känguru-Herde. Der Vogelpark ist übrigens auch im Winter vom Morgen bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. red/bur

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