Viernheim

Politik Baaß setzt im Kampf gegen Rechtsextremismus auf bessere Integration durch Sprachförderung

„Zusammenleben gestalten“

Archivartikel

Viernheim.Die Corona-Krise beansprucht momentan einen Großteil der öffentlichen Aufmerksamkeit. Für die Gesellschaft bestehen jedoch noch andere Gefahren. Daher möchte Bürgermeister Matthias Baaß auch seine Strategie gegen Rechtsextremismus weiterverfolgen, sobald die Umstände es zulassen. Über Angebote der Stadt zur Beteiligung der Bürger informierte Baaß in der vergangenen Woche bereits bei einer Pressekonferenz (wir berichteten). Nun erklärt er in einem Telefongespräch: „Das Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen ist nicht immer einfach, aber ich will dieses Zusammenleben aktiv gestalten und Chancen aufzeigen.“ Dadurch will er die Akzeptanz von Zuwanderern in der Bevölkerung erhöhen und so der rechtsextremen Ideologie die Grundlage entziehen.

Dafür setzt der Bürgermeister auch auf die im Dezember 2019 von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedete Vielfalts- und Integrationsstrategie. Diese befasst sich unter anderem mit den Themen Gesundheit, Wohnraum, interreligiöser Dialog und gesellschaftliche Teilhabe. Besonders hebt Baaß aber die Sprachvermittlung hervor.

Mit dem entsprechenden „Handlungsfeld Sprache und Bildung“ der Strategie hat die Verwaltung Brigitta Eckert, Geschäftsführerin des Vereins Lernmobil, beauftragt. Im Gespräch mit dem „Südhessen Morgen“ berichtet sie, dass sich im vergangenen Jahr unter anderem Vertreter von Schulen, Kindertagesstätten, Stadtbücherei und Lernmobil getroffen haben, um gemeinsam Projekte zu erarbeiten, die bei der Integration von Zuwanderern helfen sollen.

So organisiert zum Beispiel eine Grundschullehrerin zusammen mit einer Integrationslotsin Veranstaltungen, bei denen Eltern und Kinder gemeinsam Deutsch lernen sollen. Beim Waffelbacken müssen die Teilnehmer zum Beispiel die Zutatenliste auf Deutsch schreiben. „Gleichzeitig treffen dabei Menschen zusammen, die sonst wohl nie miteinander Kontakt hätten, zum Beispiel Familien aus Bulgarien und dem arabischen Raum“, sagt Eckert.

Das gleiche Ziel verfolgt ein geplantes Projekt, bei dem das Lernmobil unter anderem mit der Stadtbücherei zusammenarbeitet. Mit einem Lastenfahrrad voller Bücher sollen ehrenamtliche Helfer regelmäßig zu öffentlichen Orten wie etwa Schwimmbädern oder Sportplätzen fahren, um dort vorzulesen. „Damit wollen wir auch Leute ansprechen, die sonst nicht in die Bücherei gehen“, erklärt Eckert.

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