Viernheim

Kolpinggemeinschaft Richard May berichtet über seine Reise nach Nepal / Hilfsaktionen für Kinderhäuser

Zweite Heimat im Himalaya

viernheim.„Er ist ein gern gesehener Gast bei uns und begeistert immer wieder mit seinen interessanten und lehrreichen Lichtbildvorträgen über Land und Leute in Nepal“, freute sich Walter Morsch, Sprecher der Kolpinggemeinschaft Viernheim, über den erneuten Besuch von Kolpingbruder Richard May aus Leutershausen. Mehr als 30 Gäste waren ins Pfarr- und Jugendheim an der Marienkirche gekommen, um den Reisebericht des rüstigen Rentners zu hören.

Die Fotos stammten von seiner Reise im Oktober 2017 und zeigen unter anderem die Auswirkungen und Veränderungen durch das große Erdbeben, das sich zwei Jahre zuvor in dem Himalaya-Staat ereignet hatte. „Es ist spannend, wie die Menschen dort mit der Naturkatastrophe umgegangen sind, obwohl viele Familienmitglieder, Verwandte und Freunde verloren haben. Man ist nicht weggezogen, sondern hat in der Nähe neu gebaut“, beschrieb May die Verbundenheit der Nepalesen mit ihrer Heimat.

Ihm selbst sind die Menschen vor Ort längst ans Herz gewachsen, weshalb er sich auch immer wieder auf seine Reisen nach Asien freut. Er fühle sich in den Tälern zwischen den Sieben- und Achttausendern einfach wohl, betonte Richard May. Der nächste Besuch steht deshalb bereits fest. „Anfang April geht es für acht Wochen wieder nach Nepal, wo ich einige soziale Projekte betreue“, erklärte der Referent.

Im Mittelpunkt des bebilderten Reiseberichts stand die Expedition ins am schlimmsten betroffene Erdbebengebiet Langtang Himal. Das Beben im April 2015 berührte Menschen auf der ganzen Welt. Der Naturkatastrophe im Himalaya folgte eine große Welle von Spenden und Hilfsaktionen. Richard May organisierte damals in der Rhein-Neckar-Region eine eigene Spendenaktion. Der Bergsteiger aus Leutershausen unterstützte mit dieser Aktion seine zweite Heimat auf direktem Weg. Besonders liegen ihm die beiden Kinderhäuser in Kathmandu und in Sankhu unter der Leitung von Indira Ranamager am Herzen. Sie betreut dort rund 200 Kinder.

Die drei Wochen lange Expedition führte Richard May in das nepalesische Erdbebengebiet. „Diese fürchterliche Naturkatastrophe hat ein bitterarmes Land, insbesondere das Langtang-Tal mit dem Langtang-National-Park hart getroffen. Ich bin dorthin gereist, um zu sehen, ob dort die staatliche und soziale Hilfe angekommen ist“, erklärte der Leutershausener.

Viele Gebäude zerstört

Das Langtang-Tal, das im Berg Langtang 1 (7246 Meter) gipfelt, wird von 415 Menschen bewohnt. Das Erdbeben hatte viele Häuser und die Zugangswege in Mitleidenschaft gezogen. Allein in der Ortschaft Langtang wurden 30 Häuser zerstört. Gerölllawinen hatten 175 Einwohner unter sich begraben. Mit großer Energie bauten die Menschen laut May im Anschluss ihre zerstörten Häuser wieder auf.

Mittlerweile habe auch der Trekking-Tourismus, die wohl größte Einnahmequelle im Tal, wieder Fahrt aufgenommen. Grund für den Besuch aus aller Herren Ländern sei die einzigartige Landschaft und die unberührte Natur. Davon konnten sich jetzt auch die Besucher des Lichtbildvortrags von Richard May einen Eindruck machen.

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