Viernheim

Gesundheit DAK ehrt erfolgreiche Teilnehmer der Plakat-Aktion „Bunt statt blau“ / Ausstellung in der Fröbelschule

Zwischen Lebensfreude und Sucht

Archivartikel

Viernheim.Aus der einen Ecke schwebt der bunte Engel mit den farbenfrohen Regenbogenflügeln, in der unteren Ecke sitzt das teuflisch-blaue Skelett. Dazwischen steht ein Mädchen, das gegen die Versuchungen des Alkohols kämpft. „Du hast die Wahl“, heißt es dazu.

Der Kampf zwischen der bunten Lebensfreude und der diabolischen Sucht ist das Regionalsiegerbild beim bundesweiten Wettbewerb „Bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“. Gemalt wurde es von Julia Makneva aus der Friedrich-Fröbel-Schule (FFS). Auch zwei weitere Motive haben es auf die Siegerliste geschafft, die Bilder von Kevin Rein und Nevyan Yosifov sowie von Mohammad Ayyash und Lucas Rückel. Alle Plakate, die für den Wettbewerb „Bunt statt blau“ eingereicht wurden, sind derzeit in der FFS zu sehen.

Die Kampagne „Bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ ist von der Krankenkasse DAK-Gesundheit als Präventionsprojekt gegen Alkoholmissbrauch ausgerufen worden. Fast 9000 Schüler haben ihre kreativen Ideen zu diesem Thema eingereicht, darunter auch Schüler der Jahrgangsstufen sieben, acht und neun der Viernheimer Fröbelschule.

„Die Schüler fragen inzwischen ungeduldig nach dem Projekt“, erzählt Peter Long, der die Teilnahme seit 2010 organisiert. In den vergangenen Jahren hat die FFS sogar einmal das Landessiegerbild gestellt. „Wichtiger als jede Auszeichnung ist aber die Nachhaltigkeit“, betont Long. Rektor Markus Taube stimmt zu: „Ihr seid alle Gewinner, weil ihr euch mit dem Thema und allen Folgen auseinander gesetzt habt.“

Zweigeteilte Bilder

Was mit Stiften und Farbe aufs Papier gebracht wurde, ist oft ein zweigeteiltes Motiv. So hüpft der junge Mann mit seinem Hund über grünes Gras, auf der anderen Seite ist aus der Wiese eine Betonwüste mit leeren Flaschen und einem Grab geworden. Meistens ist eine Seite blau, grau, dunkel gehalten, mit leeren Flaschen und unglücklichen Menschen. Auf der anderen Seite sind farbenfrohe Landschaften und fröhliche Gesichter zu sehen. „Alkohol ist ein hervorragendes Lösungsmittel, er löst Familien, Freundschaften, Arbeitsverhältnisse, Bankkonten, Leber und Gehirnzellen auf. Aber Alkohol löst keine Probleme“, steht auf einem anderen Plakat. Die Intensität und Ausdrucksstärke der FFS-Plakate hat auch die Verantwortlichen der DAK in Bensheim begeistert, die gleich drei Preisträger auszeichnen kann. „Die Friedrich-Fröbel-Schule ist auch etwas Besonderes, weil sie jedes Jahr an der Kampagne teilnimmt“, dankt Robert Gahler der Schule für die Möglichkeit, dass sich Schüler mit dem Thema auseinandersetzen dürfen.

Rund 22 000 Kinder und Jugendliche kämen jährlich in Deutschland mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus, die Dunkelziffer sei viel höher. „In unserem Geschäftsgebiet sind die Zahlen dagegen rückläufig, das zeigt uns, dass unsere Präventionsarbeit fruchtet“, erklärt Gahler. Sinkende statistische Zahlen kennt auch Karlheinz Utikal. „Im Straßenverkehr spielt Alkoholmissbrauch keine so große Rolle mehr wie früher“, sagt der Polizeihauptkommissar, fügt aber hinzu: „Dafür ist Abhängigkeit und Alkohol in der Familie ein großes Thema.“ su

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