Worms

Rheinland-Pfalz-Tag Worms erwartet vom 1. bis 3. Juni rund 300 000 Besucher / Konzept listet alle denkbaren Szenarien auf

1500 Menschen sichern Landesfest

Worms.70 Seiten dick ist das Konzept. Sein Inhalt soll für die Sicherheit während des Rheinland-Pfalz-Tages in Worms sorgen. Die zahlreichen Anhänge für Detailfragen umfassen jeweils weitere 80 bis 100 Seiten. „Wir wollen, dass die Menschen glücklich feiern“, sagte der Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, Clemens Hoch, gestern bei der Unterzeichnung des Konzepts.

Die Stadt Worms und die Landesregierung in Mainz rechnen mit bis zu 300 000 Besuchern. Damit diese vom 1. bis zum 3. Juni entspannt das Programm genießen können, sind Hundertschaften an Personal im Einsatz. Allein die Polizei schickt etwa 900 Beamte nach Worms, wie der Leiter der Direktion, Gerald Gouasé, erläutert. Die Feuerwehr ist mit 60 Kräften permanent im Einsatz. Hinzu kommen 120 Sanitäter, 160 bis 180 Mitarbeiter des technischen Hilfsdienstes und 150 Mitarbeiter der Stadt Worms. Macht zusammen knapp 1500 Menschen.

Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz, nach der „Love Parade“-Katastrophe in Duisburg und auch nach dem Verdachtsfall im vergangenen Jahr bei Rock am Ring hätten sich die Anforderungen an die Sicherheit großer Feste nun mal verändert, erläutern Hoch und der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel.

Zweieinhalb Jahre Vorbereitung

Es ist das umfangreichste Sicherheitskonzept, das je für einen Rheinland-Pfalz-Tag geschrieben worden sei, bestätigt Kissel. Die Unterlagen des letzten Landesfestes in Worms im Jahr 1986 hätten gerade mal zwei Aktenordner umfasst, sagt Kissel. Die Maßnahmen, die seit zweieinhalb Jahren in 16 Arbeitskreisen als Vorbereitung auf das Landesfest besprochen worden seien, würden dagegen einige Hundert Ordner füllen, schätzen die Verantwortlichen.

Mit einer Veranstaltungsfläche von 340 000 Quadratmeter ist das Festgelände zudem groß wie nie bei einem Rheinland-Pfalz-Tag. Es reicht vom Hauptbahnhof bis an den Rhein. Aus Sicherheitsgründen muss der Verkehr komplett draußen bleiben und wird weiträumig umgeleitet. Die ältere der beiden Rheinbrücken wird komplett gesperrt, die Fahrzeuge müssen jeweils einspurig über die andere Brücke rollen. Der Verkehr wird großräumig über die A 61 umgeleitet, erläutert Kissel. Anlieferverkehr soll nachts oder frühmorgens stattfinden.

Zudem sollen feste Sperren an 38 zentralen Zufahrten verhindern, dass ein Lkw- oder Autofahrer unkontrolliert aufs Festgelände rollt. Mehr als 40 Lastwagen und Müllfahrzeuge stellen mobile Sperren da, die im Notfall beiseite rollen können. Im Gelände sorgen Kameras für den umfassenden Überblick – nicht zuletzt auch deshalb, damit die Menschenmassen besser gesteuert werden können. Lautsprecheranlagen auf dem kompletten Gelände stellen sicher, dass die Besucher schnell und direkt informiert werden können. Taschenkontrollen sind nicht nur in den Eingangsbereichen, sondern auch auf dem Festgelände möglich, wenn es geboten scheine, kündigen die Sicherheitsexperten an. Und natürlich seien auch keine privaten Drohnen erlaubt. Nur die Polizei sei mit einer fliegenden Überwachungskamera unterwegs.

Ohne sich genau festlegen zu wollen, rechnet der Oberbürgermeister mit Kosten von rund 430 000 Euro für die enormen Sicherheitsvorkehrungen. Aber das hänge unter anderem auch davon ab, was letztlich an den drei Festtagen tatsächlich an Sicherheitsleistungen noch abgerufen werden müsse.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional