Worms

Justiz Tatverdächtiger sollte abgeschoben werden

Opfer starb durch Stiche und Schnitte

Worms/Mainz.Nach der blutigen Beziehungstat von Worms, bei der in der Nacht zum Mittwoch eine 21-Jährige getötet worden war (wir berichteten), hat die Mainzer Staatsanwaltschaft gestern weitere Einzelheiten mitgeteilt. Demnach soll der 22 Jahre alte Verdächtige aus Tunesien seine Freundin erstochen haben. „Die Frau starb durch Stich- und Schnittverletzungen“, sagte Oberstaatsanwalt Gerd Deutschler auf Anfrage. Als Tatwaffe komme ein Haushaltsmesser infrage. Das Opfer sei eine Deutsche gewesen.

Brisant ist der Fall auch deshalb, weil der Tunesier keine Aufenthaltsberechtigung mehr für Deutschland hatte und abgeschoben werden sollte. „Der Verdächtige war seit Montag zur Festnahme ausgeschrieben“, sagte Deutschler. Er habe zuletzt keinen festen Wohnsitz gehabt und sei für die Behörden nicht greifbar gewesen. Der Mann sei bereits wegen Körperverletzungen, Drogen, Bedrohung und Nötigung aufgefallen. Im Oktober habe er eine kurze Haftstrafe wegen Diebstahls abgesessen. Seit gestern befindet er sich wegen Mordverdachts in Haft.

Verfahren oder Ausweisung?

Welche Auswirkungen die angeordnete Abschiebung auf das Strafverfahren haben wird, ist unklar. „Das Ausweiseverfahren ist von der Strafverfolgung isoliert zu betrachten“, so Deutschler. Die Behörden müssten abwägen, ob die Tat oder der illegale Aufenthalt höher zu bewerten seien. Dabei gelte, dass die Strafverfolgung an Gewicht gewinne, je schwerer die vorgeworfene Tat sei. Bei einem Tötungsdelikt ist davon auszugehen, dass dem Verdächtigen in Deutschland der Prozess gemacht wird.

In Worms ist die Anteilnahme groß. Rathauschef Michael Kissel richtete sich an die Familie des Opfers: „Ich bin tief betroffen, dass eine 21-jährige Frau durch eine so furchtbare Tat aus unserer Mitte gerissen wurde.“ Kein Wort könne der Familie den Schmerz nehmen, doch er wisse, dass die Wormser deren Leid und Trauer teilten. jei

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