Worms

Stilles Gedenken im Wormser Nordend

Archivartikel

Worms.Ohne Zwischenfälle ist am Samstagabend ein Trauermarsch für das Opfer einer Bluttat in Worms verlaufen. Rund 500 Menschen - so die Schätzung der Polizei - beteiligten sich an dem stillen Marsch durch das Wormser Nordend zum Tatort. Dort stellten sie Kerzen vor das Haus und kondolierten den Familienangehörigen einer 21-jährigen Frau, die dort in der Nacht zum Mittwoch gewaltsam zu Tode gekommen ist. Am Donnerstag hatte sich ein 22-jähriger Tunesier der Polizei gestellt und die Bluttat gestanden (wir berichteten).

Organisiert hatten den Trauermarsch Christiane und Sissy Köcher, Nachbarn und Freunde des Opfers. Es solle ein Zeichen an die Familie sein, dass sie in diesen schweren Stunden nicht allein sei, sagten die Veranstalterinnen zu den Teilnehmern. Außerdem untersagten sie das Tragen von Bannern, Fahnen, Westen oder Symbolen mit politischen Meinungskundgebungen. Auch Trauerreden seien nicht erwünscht. Daran hielten sich die Teilnehmer.

Im Anschluss an den Trauerzug fand ein ökumenisches Gebet in der Wormser Liebfrauenkirche statt. Daran nahmen allerdings erheblich weniger Menschen teil. Die Polizei, die den Abend mit Dutzenden Beamten unauffällig begleitete, nahm vor dem Gebet in der Kirche einen Mann in Gewahrsam, der vor den Altar gelaufen war und die Worte „Allahu Akbar“ gerufen hatte. Man prüfe die Personalien und das Verhalten des Mannes, sagte ein Polizeisprecher am Abend.

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