Worms

Kirche Hunderte Menschen begrüßen fünf neue Glocken für den Wormser Dom / Erstes Geläut am Pfingstsamstag geplant

„Wie schön, dass ihr da seid“

Archivartikel

Worms.Das klangvolle Geschenk zum runden Geburtstag ist eingetroffen und überreicht. Während einer großen Rundfahrt auf einem offenen Lastwagen durch die Innenstadt haben sich die fünf neuen Glocken für das neue Geläut des Wormser Kaiserdoms gestern vorgestellt. Die Innenstadtkirchen an dem Rundweg begrüßten die Glocken mit ihrem eigenen Geläut. Anschließend wuchteten Mitarbeiter der Glockengießerei Rincker aus Sinn in Hessen die bis zu 2,7 Tonnen schweren Klangkörper in den Westchor des Doms, wo sie am Ostermontag während eines festlichen Gottesdienstes geweiht werden sollen.

Mehrere Hundert Menschen haben sich um die Mittagszeit auf dem Schlossplatz vor dem Nordportal des Doms versammelt. Als der Lastwagen vom Neumarkt her um die Ecke biegt und das neue Geläut vorfährt, brandet Applaus auf. Die Jungen und Mädchen des Kindergartens St. Lioba läuten kleine Glöckchen, schwingen bunte Tücher und begrüßen die Glocken fröhlich singend: „Wie schön, dass ihr da seid!“

Zufrieden mit der Glockenzier

Unzählige Bürger machen Fotos mit ihren Handys von den Glocken, die Mitte April in die beiden Osttürme der Kathedrale verschwinden und dann nur noch zu hören sein werden. Nicht wenige Menschen legen ehrfürchtig ihre Hände auf das Metall, fahren vorsichtig über die Reliefs, die der Wormser Klaus Krier eigens als Glockenzier gestaltet hat. Für jeden Heiligen, dem die einzelnen Instrumente gewidmet sind, hat er eine individuelle grafische und typografische Form der Zierde entwickelt. Gerührt schaut auch er zu, wie die Glocken vorfahren. „Ich war ja erst vergangene Woche in Sinn“, erzählt er. Da bekamen die Glocken die letzte Lasur, die sie nun in dem typischen Bronzefarbton erscheinen lassen. Er findet es erhebend, dass die Kunstwerke nun in seiner Heimatstadt eingetroffen sind. „Die Reliefs sind so geworden, wie ich sie mir vorgestellt habe“, freut er sich.

Auch für Dompropst Tobias Schäfer ist es ein schöner Tag. „Ich bin froh und erleichtert, dass alles so gut geklappt hat“, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Dass so viele Menschen an einem Werktag mittags zum Dom kommen, damit habe man ja nicht unbedingt rechnen können, auch wenn er auf großen Zuspruch gehofft habe. Die Domgemeinde steht in Worms wegen ihres neuen Gemeindehauses in der Kritik. Nach Meinung vieler Bürger steht das Haus zu dicht vor dem Gotteshaus, ist zu groß geraten und passt auch in seiner rötlichen Sandstein-Fassade farblich nicht zum Dom. Dieser Streit spielt an diesem Tag indessen keine Rolle.

In dem kommenden Tagen können die Glocken im Dom aus nächster Nähe betrachtet werden. Am Ostermontag werden sie in einem Gottesdienst um 15 Uhr vom Mainzer Bischof Peter Kohlgraf geweiht. Am 10. und 11. April werden sie in die beiden Osttürme gehoben und dann eingebaut. Am Pfingstsamstag, 19. Mai, soll das neue achtstimmige Geläut erklingen – zunächst einzeln, dann gemeinsam, bis schließlich alle Glocken der Wormser Innenstadtkirchen in das Konzert mit einstimmen. Dann werden an die 30 Glocken zu hören sein. Ein 45-minütiges Glockenkonzert gibt es am Sonntag, 10. Juni, 18 Uhr zum Abschluss der Festwoche für den Dom.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/region

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