Heddesheim

Heddesheim Energie aus regenerativen Quellen / Gestern Eröffnung auf dem Edeka-Parkplatz

Erste Stromtankstelle der Gemeinde am Netz

Archivartikel

„Es läuft! Ich spüre, wie es läuft!“, freute sich Bürgermeister Michael Kessler über die Ladesäule mitten im Heddesheimer Ortskern. Das war natürlich ein Scherz, denn zu spüren gab es bei der Eröffnung der ersten öffentlichen Elektrotankstelle im Ort nichts. „Als Edekaner heiße ich Sie herzlich willkommen zu einem so tollen innovativen Vorhaben“, sagte Betreiber Dieter Zipser auf dem Edeka-Parkplatz.

Die Umsetzung der Idee einer öffentlichen Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge war laut Bürgermeister gar nicht so einfach. Bei der Partnersuche sei es wichtig gewesen, sich für einen kompetenten Partner zu entscheiden. „Es lag also nahe, die Stadtwerke Viernheim mit ins Boot zu nehmen“, so Michael Kessler. Geschäftsführer Ralph Franke sei schnell bereit gewesen, die Gemeinde dabei zu begleiten. Mit Edeka Südwest entstand dann ein Dreiergespann.

„Die Elektrotankstelle ist ein wichtiger Teil unseres Klimakonzeptes“, erklärte Kessler. Auch Franke zeigte sich dankbar, die Ladesäule an einem so stark frequentierten Platz zu sehen: „Es ist ein deutliches Signal der Gemeinde, die Säule direkt vor der Nase zu haben – das bringt das Thema noch näher an die Bürger.“ Es werde eine Lücke gefüllt, so der Geschäftsführer der Stadtwerke. Denn die nächsten E-Tankstellen befinden sich in Dossenheim und bei der SAP-Arena in Mannheim.

Die Stadtwerke Viernheim GmbH haben sich als Betreiber der Ladesäule dem Stadtwerke-Verbund „ladenetz.de“ angeschlossen. „Hier haben sich schon mehr als 140 Stadtwerke verbunden, um deutschlandweit Ladepunkte zu betreiben“, berichtete Theresa Bartmann, Expertin für Elektrofahrzeuge, und führte weiter aus: „Über ’ladenetz.de’ stehen Zugriffsmöglichkeiten auf über 10 000 Ladepunkte europaweit zur Verfügung.“

Spontanes Laden möglich

Somit können Kunden anderer Ladesäulenbetreiber mit ihrer Kundenkarte in Heddesheim tanken. Das spontane Laden – falls man die Karte mal vergessen haben sollte – sei ebenfalls kein Problem: „Mit dem Handy kann man den QR-Code, der an der Säule angebracht ist, abscannen. So wird man auf eine WebApp weitergeleitet, und nachdem man den Ladepunkt ausgesucht hat, besteht die Möglichkeit, über PayPal zu bezahlen.“ Für das spontane Laden fallen derzeit pauschal 3,50 Euro an, hieß es gestern.

Der Strom, mit dem die Ladesäule versorgt wird, stammt übrigens zu 100 Prozent aus regenerativer Energieerzeugung. Es kann ein Fahrzeug mit einer Ladung von bis zu 22 Kilowatt geladen werden – ein kleineres Fahrzeug sei damit nach anderthalb Stunden voll aufgeladen.

Er fahre den gemeindeeigenen Elektrowagen seit nunmehr zwei Jahren und sei begeistert, so Bauhofleiter Wolfgang Unverricht. Dieser Renault Kangoo Z.E. war das erste Fahrzeug, das gestern aufgeladen wurde.