Heidelberg

Springer-Schule Schülerpreis für Auszubildende des „Mannheimer Morgen“ bei Erzählwettbewerb

Erinnerungen berühren

Heidelberg.Als ihre Mutter krank wird, schreibt die Tochter jeden Tag ins Tagebuch, was passiert. Nur jener Tag vor zwei Jahren, an dem die Mutter stirbt, bleibt unbeschrieben – bis jetzt im Herbst die Einladung zum 26. Erzählwettbewerb der Julius-Springer-Schule kam. „Stille“ hat Stefanie Nadine Baier die Erzählung vom Todestag genannt. Ihre Geschichte hat ihr jetzt den Schülerpreis eingebracht. Im Deutsch-Amerikanischen Institut in Heidelberg haben sie und drei weitere Preisträger nun ihre Auszeichnungen erhalten.

Schon als Kind hat die heute 25-jährige Mannheimerin viel geschrieben, erzählt die angehende Medienkauffrau. Das Verarbeiten von Erlebnissen in fiktionalen Texten, mit wechselnden Protagonisten, nimmt auch heute noch in ihrer Freizeit einen festen Platz ein. Doch zuerst hat die Vorbereitung auf die mündliche Abschlussprüfung oberste Priorität. „Man kann den Horror nur begreifen, wenn man ihn selbst erlebt hat“, zitiert Baier Edgar A. Poe, einen ihrer Lieblingsautoren. Dass ihre Mitschüler das schwierige Thema Sterben annahmen und die Arbeit zur besten von 23 eingereichten Texten kürten, berührt sie sehr.

Zum zweiten Mal Siegerin

Zum 26. Mal reichten Schüler der Julius-Springer-Schule Texte zum Erzählwettbewerb ein. Eine Jury (Jakob Köllhofer, Toni Landomimi, Manfred Metzner, Simone Groß und Molli Hiesinger) bewertete die Arbeiten anonym. Besonders angetan war sie von „Die wildeste Farbe unserer Welt“ von Anne Sophie Jedynak. Die 23-jährige, ebenfalls angehende Medienkauffrau (Verlag Health and Beauty Germany in Ettlingen) hat bereits im Vorjahr die beste Arbeit eingereicht. Sie schreibt seit mehr als vier Jahren regelmäßig Geschichten und hat sich diesmal mit dem Extremsport Roofing beschäftigt, bei dem man riskante Orte aufsucht, um dort Fotos zu machen, die im Internet mit anderen geteilt werden. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels stiftet.

300 Euro vom Springer-Verlag bekommt Oguzhan Ünal für seine Kurzgeschichte „Schwarz und Weiß“ (2. Preis), und der Text „Schweinehund“ bringt Thomas Kryschan 150 Euro der Schule und den 3. Platz ein. Dass in der Springer-Schule nicht nur schreibende Talente zu finden sind, sondern auch musikalische, bewiesen bei der Preisübergabe die Sängerin Melissa Turan und Giuseppe Cortese mit Gitarre und Stimme.