Ilvesheim

Ilvesheim Traditionsveranstaltung „inselART“ überzeugt trotz Corona-Einschränkungen / Lob von Bürgermeister Andreas Metz

Kunst zwischen Quantenphysik und Literatur

„Ich fürchte, nächste Woche könnte ich sie nicht mehr machen“, sagt die Gemeinderätin Dagmar Klopsch-Güntner (SPD) zur Eröffnung der „inselART“ am Samstag in der Ilvesheimer Martin-Luther-Kirche. Sie ist auch die Organisatorin der Ilvesheimer Kulturinitiative und hat lange an einem Konzept gearbeitet, mit dem sich die Veranstaltung doch noch realisieren ließ. Die sonst mehrtägige Reihe schrumpfte wegen Corona auf ganze drei Stunden zusammen.

Mit Abstand, Masken, begrenztem Publikum und Einlasskontrolle konnte sie aber immerhin stattfinden. Und auch das Datum war wohl richtig gewählt, bei den derzeitig rasant steigenden Zahlen ist ihre Sorge, dass „inselART“ eine Woche später wohl nicht mehr durchführbar sein könnte, durchaus berechtigt.

„Seit 2010 machen wir hier die inselART, wir sind im elften Jahr“, sagte sie weiter. Es könnte aber auch erst 2011 begonnen haben, dann wäre es die zehnte und damit die Jubiläumsveranstaltung gewesen. Egal ob zehn oder elf Jahre, die „inselART“ ist längst zu einer festen Ilvesheimer Institution im Jahreskalender geworden, die auch im Corona-Jahr nicht fehlen darf. Dabei war das Virus nicht das einzige Problem in diesem Jahr: Klopsch-Güntner erinnerte an den im vergangenen Jahr verstorbenen Alexander Hubrich, der stets die Plakate gestaltete, die in diesem Jahr fehlten. Doch so schwierig die Umsetzung der Hygieneverordnung und die Organisation in diesem Jahr auch war und so unsicher die Zukunft auch aussieht, Klopsch-Güntner hält an dem Event fest: „Wir werden inselART weitermachen und nächstes Jahr gibt es wieder Plakate.“

Dabei ist die Kulturinitiative „inselART“ gerade in diesem Jahr von immenser Bedeutung, wie Bürgermeister Andreas Metz feststellte: „Wir haben es gemerkt, wie sehr uns die Kunst und die Kultur fehlt.“ Man habe sich lange Gedanken gemacht, wie eine solche Veranstaltung derzeit machbar sei, doch für Metz geht es auch um das seelische Wohlergehen seiner Bürger und Kunstliebhaber: „Man muss dankbar sein, dass es möglich ist.“

Dankbar zeigte sich auch das Publikum, es gab viel Applaus für die Organisatorin und für die Möglichkeit für Künstler, sich und ihre Werke und ihr Können zu präsentieren. Und es gab noch viel mehr Applaus für die Künstler selbst, die in diesen drei Stunden mit Bildern, Kunstwerken, Skulpturen, Fotografien, Musik, Poetry Slam, Wissenschaft, Jazz, Tanz und Ballett ein vielfältiges und interessantes Kunstprogramm zeigten.

„Interessante Entwicklung“

Ein Programm, das nicht nur den jetzigen Zustand der Kunstschaffenden in Ilvesheim widerspiegelt, sondern im Vergleich zu den vorangegangenen „inselART“-Veranstaltungen eine interessante Entwicklung der Künstler zeigt, wie Metz voller Freude beim Rundgang durch die Ausstellung feststellte. Und die sich auch in der Bandbreite der Veranstaltung manifestierte, die von der Vergangenheit mit barocken Querflötenduetten – gespielt von den beiden Musikstudenten Marlene Edler und Christian Krämer – bis in die Gegenwart reicht, mit von der Veranstalterin vorgetragenen Gedichten von der diesjährigen Literaturnobelpreisträgerin Louise Glück. Und die mit der gemalten Katze in der schwarzen Kiste auch noch einen Blick in die Zukunft wirft, bei der mit der gleichzeitigen Darstellung zweier Zustände die Quantenphysik künstlerisch dargestellt und erklärt wird.

Es war schon bemerkenswert, was unter dem Motto der Ausstellung alles entstand: „Menschen, Schatten, Licht“ – das sorgte bei den Künstlern für viel inspiriertes Schaffen, und es zog die Besucher in ihren Bann. Die Darbietungen waren bisweilen so eng getaktet, dass eine weiterführende Diskussion darüber kaum möglich war. Der Applaus ersetzte oftmals den Lob und Dank.

40 Besucher waren unter Einhaltung des Mindestabstandes nur zugelassen in der Kirche, 40 hoch interessierte Besucher waren permanent da, die Veranstaltung war fast immer ausgelastet. Und es bestätigte sich am Ende genau das, was Metz zu Beginn in seinem Grußwort angedeutet hatte: Kunst und die Kultur haben deutlich gefehlt.